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Kochrezept: Installation Alfresco mit war-Files auf existierendem Tomcat6

Und nochmals ein Alfresco-Artikel 😉 …

Die neueste Version Alfresco Community 3.4d kann man sich in verschiedenen Geschmacksrichtungen runterladen und installieren: als Windows- oder Linux-Installer, oder als WAR-Files.

Dabei hat der Installer einen großen Nachteil : er installiert auch Tomcat und sogar mySQL. Das bedeudet, dass man mit hoher Wahrscheinlichkeit in Portkonflikte rennt, wenn man mySQL und/oder Tomcat bereits installiert hat. Auf unserem gemieteten Strato-Server war das Ding jedenfalls nicht zu gebrauchen. Da man nicht weiß, was dieser sog. Wizard treibt, steht man bei Fehlermeldungen auch etwas hilflos da. Ich habe nach kurzer Zeit den Installer in die Tonne getreten und Alfresco per War-Files auf einem laufenden Tomcat6 installiert. Die notwendigen Infos kann man verstreut finden, aber nachstehend das simple Kochrezept. Ich beschränke mich hier auf die Linux-Variante (openSUSE und Ubuntu) und gehe von einer ordnungsgemäßen und lauffähigen Tomcat-Installation mit Standardports (8080 bzw 8443) aus. Eine Tomcat-Installation hat man schnell mittels der Linux-Paketverwaltung oder auch einem Windows-Installer. Geht in der Regel problemlos.

1. Struktur von Tomcat nach der Installation

Es gibt 2 Stellen auf der Platte, an denen die Tomcat-Files nach der Installation zu finden sind, und die man für die war-Installation von Alfresco anfassen muss:

Den Ordner „/etc/tomcat6“ mit der Datei „tomcat6.conf“ (bei openSuse) bzw. das File „/etc/default/tomcat6“ (bei Ubuntu)

Diese Konfigurationsdatei setzt u.a. die notwendigen Umgebungsvariablen, die für Tomcat und Alfresco notwendig sind. 2 Stellen möchte ich hier ausdrücklich erwähnen:

1) Benutzerkennung (Gruppe), unter der Tomcat läuft

2) Setzen der Umgebungsvariablen für die nachfolgende Alfresco-Installation

Die Benutzerkennung (Gruppe) unter der Tomcat/Alfresco läuft, ist wichtig, da man damit sehr leicht in Zugriffsprobleme rennen kann. Standardmäßig ist dort der Benutzer „tomcat“ eingetragen. Lässt man dies so, muss dieser Benutzer Schreibrechte auf das Alfresco-Verzeichnis (wo man z.B. nach der Installation „alf_data“ und das „alfresco.log“ findet) und auf das Tomcat-Verzeichnis (catalina.out in „logs“ und „webapps“ z.B.) haben. Ist dies nicht gegeben, wird es nicht klappen.

Wir setzen hier zentral die Umgebungsvariable für Alfresco, die den Pfad zum Ordner mit dem zentralen Repository und Suchindex (alf_data)  enthalten wird: ALF_HOME. Wir fügen irgendwo folgende Zeile ein (Beispiel) :

ALF_HOME=“/opt/alfresco“

Tomcat selbst ist meist unter /usr/share/tomcat6 zu finden (in obigem File nachsehen): CATALINA_BASE

Die Struktur dort sieht intial (reiner Tomcat) in etwa so aus:

bin
conf
lib
logs
temp
webapps
work

Diese Ordner sind entweder symbolische Links (openSUSE) oder echte Ordner (Ubuntu). Es können dort auch noch mehr Ordner auftauchen, aber das soll uns egal sein ;-).

2 ) Installation Alfresco über war-Files

Wir gehen über die oben genannte Downloadseite und wählen dort den Link „Custom Installs & Optional Modules“. Hier finden wir dann das gewünschte „Bundle“ mit den war-Files:

Download-Link

Wir laden das Zip herunter und entpacken es. Dadurch erhalten wir folgende Struktur:

Download-Struktur

Hinweis : Vor den nachfolgenden Schritten, bitte ggfls. die Original-Dateien vorsichtshalber sichern!

1. Die Ordner „bin“ und „licenses“ kopieren wir unbesehen nach ALF_HOME (siehe oben).

2. Den Inhalt des Ordners „conf“ kopieren wir nach /usr/share/tomcat6/conf

3. Den Inhalt des Ordners „lib“ kopieren wir nach /usr/share/tomcat6/lib

4. Die beiden War-files unter „webapps“ kopieren wir nach /usr/share/tomcat6/webapps

5. Den kompleten Ordner  „shared“ kopieren wir nach /usr/share/tomcat6

Zum Abschluß gehen wir nach

/usr/share/tomcat6/shared/classes

und kopieren dort die Datei alfresco-global.properties.sample nach alfresco-global.properties.  Eigentlich ein Unbenennen ;-).

In dieser Datei werden alle notwendigen Konfigurationen durchgeführt. Die wichtigste ist hierbei wohl die Konfiguration der Datenbankanbindung. Vorher sollte man eine leere UTF8-Datenbank mit InnoDB-Unterstützung eingerichtet haben (z.B. über phpMyAdmin).

Prinzipiell ist die Dokumentation dieses Konfigurationsfiles eigentlich ziemlich selbsterklärend.

3. Start von Alfresco und Fehlerbehebung 😉

Ja das war es eigentlich schon. Nun kann man Tomcat/Alfresco mit

/etc/init.d/tomcat6 start

als root (sudo) starten.

Geht erfahrungsgemäß beim ersten Versuch fast sicher schief ;-). Also die Datei „catalina.out“ unter „/usr/share/tomcat6/logs“ genau beobachten und auf die eventuell dort auftauchenden Meldungen reagieren. In der Regel ist die Ursache eines Problems mit etwas gesundem Menschenverstand durchaus zu erkennen und dann zu beheben ;-).

Häufigste Probleme :

  • Datenbank-Verbindung klappt nicht
  • Es fehlen einige Systemkomponenten (ImageMagick, OpenOffice, swf2pdf), oder die Default-Pfade stimmen nicht

Wenn die Datenbank-Anbindung klappt, erzeugt Tomcat/Alfresco das Datenbank-Schema und die initialen Inhalte bei einem erfolgreichen Start des Systems. Danach sind Tabellen in der oben mit phpMyAdmin (oder dgl.) leeren Alfresco-DB und keine entprechenden Fehler mehr in catalina.out.

Der Ordner „alf_data“ unter ALF_HOME(s.o.) exisitiert danach ebenfalls.

Stop bzw Restart des Systems geht übrigens so :

/etc/init.d/tomcat6 stop
respektive
/etc/init.d/tomcat6 restart

Ja das soll es erst mal gewesen sein. Keine Hexerei jedenfalls …

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